Problem im Griff

Mit schwierigen Menschen umgehen


Wie soll man mit schwierigen, irrationalen oder beleidigenden Menschen umgehen, vor allem solche in Machtpositionen, die zu einem gewissen Grad Kontrolle über Ihr Leben haben?

Ich habe noch nie einen ausschließlich rationalen Menschen getroffen. Unsere Fähigkeit Informationen zu speichern und zu verarbeiten reicht dafür bei weitem nicht aus. Aber unsere Gefühle sind eine Abkürzung. In seinem Buch „Emotionale Intelligenz“ beschreibt Daniel Goleman Menschen mit der Diagnose „Alexithymie“, einem Zustand, in dem Menschen entweder keine Emotionen oder die Verbindung zu Ihren Gefühlen vollständig verloren haben. Sie werden glauben solche Menschen sind hyperrational, sind sie aber nicht. Sie können in der Gesellschaft gar nicht funktionieren. Ihnen fehlt der gefühlsmäßige Kontext um zu entscheiden, was für Sie wichtig ist, d.h. einen Cent zu verdienen ist für sie gleich wichtig wie eine Million Dollar zu verdienen. Sie verbringen Stunden mit Dingen, die andere als Belanglosigkeit betrachten, z.B. um welche Uhrzeit Sie einen Zahnarzttermin ausmachen sollen. Unsere Emotionen sind eine logische Abkürzung – wir „fühlen“ den Unterschied zwischen relevant und irrelevant.

 

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Weiter zum Umgang mit schwierigen oder irrationalen Menschen…

Ich bin von solchen Leuten sicher nicht verschont geblieben, obwohl ich in meinem Leben insgesamt nur 6 Monate als „Angestellter“ gearbeitet habe als ich aufs College ging. Sie sind überall! Weiters hatte ich mit irrationalen/beleidigenden Menschen in Geschäftsbeziehungen, unter Vermietern, etc. zu tun. Aber solche Menschen können mir wenig anhaben, denn ich begegne ihnen auf zwei Arten:

 

1) Eine Geschichte über Buddha erzählt,

dass ein verbal beleidigender Mann zu ihm kam und begann, ihn zu beschimpfen. Aber Buddha saß einfach nur ruhig da. Am Ende fragte der Mann Buddha, warum er auf die Beschimpfungen und Beleidigungen nicht reagiert. Buddha antwortete: „Wenn dir jemand ein Geschenk anbietet und du lehnst es ab, wem gehört dann das Geschenk?“ Wenn jemand irrational, beleidigend, etc. ist, können Sie mental das Annehmen des „Geschenks“ verweigern. Lassen Sie diese Person ihren Ärger und Irrsinn behalten, lassen Sie nicht zu, dass es Sie trifft. Dazu bedarf es Übung, aber es gibt viele mentale Techniken, die Ihnen helfen können. Ich stelle mir üblicherweise den Ärger als rote Energie vor, die an mir abprallt oder durch mich hindurch- und einfach zu Ihrem Ursprung zurückfließt. Das ist der Hinweis an mein Unterbewusstsein, dass der Ärger ausschließlich zu der anderen Person gehört. Also dieser Vorgang hält erstmal den Einfluss des anderen auf meinen Gefühlszustand in Schach. Und das funktioniert sehr gut. Ich verliere nie meine Gelassenheit, außer mit Absicht aus einem bestimmten Grund. Manchmal ist es wirkungsvoller auf den Ärger einer Person selbst auch durch Schimpfen zu antworten und sie dann langsam wieder zur Räson zu bringen. Ich erkenne innerlich auch an, dass womöglich nur ein Mangel an Liebe und Zufriedenheit im Leben desjenigen der Grund ist, weshalb er sich so verhält.

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2) Nun da Sie Ihre Emotionen im Griff haben,

müssen Sie sich noch immer mit der Sachlichkeit der betreffenden Person und ihren Einfluss auf Ihr Leben auseinandersetzen. Manchmal reicht es aus, nur seine eigenen Emotionen unter Kontrolle zu haben, aber ein anderes Mal ist das nicht genug – Sie müssen aktiv werden und die Situation ansprechen. In diesem Fall benutze ich meine Logik und meine Intelligenz um zu entscheiden, was ich - abhängig von den Besonderheiten der Situation -  tun soll. Es ist wie Schach spielen – wie wird der andere reagieren wenn ich diesen Zug mache? Selbst das Verhalten von irrationalen und verletzenden Menschen ist bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar, wenn Sie ein bisschen über sie wissen. Menschliches Verhalten ist zielgerichtet, aber es kann schwierig sein, die Absichten des anderen zu durchschauen. Nutzen Sie, was Sie wissen, um die Reaktion der Person auf Ihre verschiedenen, möglichen Handlungen vorherzusehen. Ihre Informationen sind vielleicht unvollständig, aber geben Sie Ihr Bestes. Sehen Sie es als eine Lektion im Risiko-Management.

 

 

Hier sind einige mögliche Aktionen:

 

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Verbannen Sie die Person aus Ihrem Leben

Das ist ein wenig extrem, aber manchmal ist es die beste Möglichkeit. Wenn Ihr Vermieter wirklich übel ist, überlegen Sie, zu übersiedeln. Wenn Ihr Chef oder Ihre Mitarbeiter furchtbar sind, gehen Sie. Vor vielen Jahren habe ich einem Freund gesagt, dass ich mit ihm keinen Kontakt mehr möchte, denn er steckte tief in der Software-Piraterie, und ich wollte diese Art  von Einfluss einfach nicht länger in meinem Leben haben.

 

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Konfrontieren Sie die Person direkt mit ihrem Verhalten

Heben Sie Ihren Standard bezüglich dem, was Sie in Ihrem Leben zu akzeptieren bereit sind und fordern Sie diesen ein. Diese Strategie ist mein Favorit, aber manche Leute fühlen sich damit nicht wohl. Der Vorteil daran ist, dass Sie aufhören, Spiele zu spielen, und dass Sie ganz genau erfahren, woran Sie bei dieser Person sind. Ich habe diese Strategie angewandt, wenn ich einen schwierigen Vorgesetzten oder Mitarbeiter hatte – ich habe einfach die Karten auf den Tisch gelegt und erklärt, warum bestimmte Dinge für mich nicht mehr tragbar sind und meine konkreten Vorstellungen dargelegt. Nun wird der andere Ihre „Forderungen“ möglicherweise ablehnen, aber dann wissen Sie wenigstens, wo Sie stehen und können auf dieser Basis neu entscheiden. Ziehen Sie eine Linie, und wenn der andere diese übertritt, wissen Sie, dass der Verstoß beabsichtigt ist.

 

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Konditionieren Sie das Verhalten der Person

Ich kenne ein Team, das genau das mit einem verbal beleidigenden Chef gemacht hat. Sie haben Ihren Boss „erzogen“, ermutigend und unterstützend zu sein. Zum Chef hinzugehen und ihn anzusprechen hat einfach nicht funktioniert, also haben sie sich zusammengetan und eine Strategie zur Konditionierung seines Verhaltens ausgearbeitet: Sie reagierten nicht mehr auf sein negatives Verhalten und belohnten sein positives Verhalten. Immer wenn er ausfällig wurde, wurde er entweder ignoriert oder seine Mitarbeiter fragen ihn: „Wollen Sie mich durch verbale Angriffe manipulieren?“ Sie zeigten einfach konsequent auf, wenn er ausfällig wurde. Aber immer wenn er auch nur im geringsten ermutigend agierte, wenn er zum Beispiel sagte „gute Arbeit“ oder „Danke Ihnen“, griffen sie das ebenfalls auf und dankten ihm für seine Freundlichkeit und seine Unterstützung.

Innerhalb weniger Wochen wurde ihr Chef ein komplett anderer. Ich schrieb einen vorhergehenden Beitrag zu verhaltens-konditionierenden Techniken Wie Sie sich unerwünschtes Verhalten abgewöhnen, es gibt also auch Möglichkeiten eine Person sanft zu ändern. Das setzt jedoch voraus, dass Sie genügend Einfluss auf die Person haben.

 

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Verschaffen Sie sich Einfluss

und benutzen Sie diesen um eine Handlung zu erzwingen. Das kann riskant sein, ist manchmal aber die beste Lösung. Eventuell müssen Sie mithilfe Ihres Einflusses versuchen, dass jemand gefeuert wird, wenn er die Produktivität behindert. In Software-Firmen ist es für ein Team nicht unüblich beim Management anzusuchen, ein schwaches Mitglied zu feuern. Ich verwende folgende Methode meinerseits häufig, wenn ich im Geschäftsleben mit schwierigen Menschen zu tun habe, die sich absichtlich schlecht benehmen: Ich kontaktiere jeden, der Geschäfte mit dieser Person macht, um ihn zu informieren, was vor sich geht. Und wenn das Geschäft groß genug ist, ziehe ich örtliche Gemeindevertreter und Mitglieder der Presse hinzu. Sie können sich das als die Verpfeifer-Strategie merken.

 

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Loslassen

Manchmal ist das die beste Lösung, wenn jemand Sie irgendwie verletzt. Übergehen Sie es einfach und machen Sie weiter.

 

 

Es gibt noch eine tiefere Überlegung…

Gibt es triftige Gründe, warum Sie dieser schwierigen Person erlauben in Ihrem Leben zu bleiben? Wenn Sie zum Beispiel Geld eine höhere Priorität beimessen als Lebensqualität, wie können Sie sich dann beschweren, wenn Sie Ersteres bekommen, aber Letzteres opfern müssen?

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Ich glaube, dass die Menschen oft damit Probleme haben, der Lebensqualität eine ausreichend hohe Priorität beizumessen. Uns wurde beigebracht, es einfach zu schlucken und zu tolerieren, wenn wir einen schwierigen Chef haben (und dann an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben). Das eine Mal wo ich Angestellter war, mochte ich meinen Boss nicht besonders, er benahm sich wie ein Idiot und schien nicht besonders hell zu sein. Mir wurde klar, dass, wenn ich lebenslang Angestellter wäre, ich dann immer wieder Chefs wie diesen haben könnte und es nicht immer die beste Lösung wäre, zu kündigen. Also habe ich beschlossen kein Angestellter zu werden. Als ich dann mit Spielehändlern und -entwicklern arbeitete, begegnete ich Unehrlichkeit und Inkompetenz und das war so weit verbreitet, dass ich das Gefühl hatte, es wäre schwer in diesem Geschäft tätig zu sein ohne mit solchen Leuten zu tun haben zu müssen, also beschloss ich, mit solchen Leuten ebenfalls nicht mehr zu arbeiten. Als ich zur selbständigen Spiele-Entwicklung überwechselte liebte ich die Leute, ich habe es wirklich genossen, daher blieb ich Jahre lang dabei. Ich entschloss mich, meine Karriere nicht auf die Zusammenarbeit mit schwierigen Menschen aufzubauen. Jetzt da ich mit dem Reden angefangen habe, habe ich auch hier viel Spaß und komme großartig mit den Leuten aus, also bin ich auf diesem Pfad sehr glücklich.

Anscheinend ziehen verschiedene Branchen verschiedene Arten von Menschen an, manche ziehen mehr Dummköpfe an als andere. Sie müssen nicht in einem Schlachthaus arbeiten (wo laut Berichten die Fluktuationsrate von allen Jobs am höchsten ist), aber auch nicht in einem technischen Schwitzhaus. Sie denken vielleicht, sich mit einem schwierigen Chef abzugeben wäre ein „MUSS“, ist es aber nicht. Sie können nicht alles kontrollieren, aber in den meisten Fällen haben Sie genug Kontrolle über Ihr Leben, sodass Sie es vermeiden können, sich mit solchen Leuten abzugeben. Nur weil alle um Sie herum einen ausfälligen Chef tolerieren, müssen Sie das noch lange nicht.

Artikel noch nicht übersetzt, Inhalt in Englisch


 Übersetzung von ProblemImGriff, Original von Steve Pavlina:
„Dealing with Difficult People“


 

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