Problem im Griff

Perfektion

 

Das Bewusstsein ist nicht leer.
Es ist vielleicht eine Art Behälter, aber es ist kein leeres Gefäß.
Was enthält es?

Es enthält Gedanken und diese Gedanken manifestieren sich in physischer Gestalt. Das ist es, was wir Realität nennen. Alles andere, was wir neben dem Bewusstsein als existent wahrnehmen, ist ein Ausdruck der Inhalte des Bewusstseins.

Weil Bewusstsein die Gedanken eines Egos beinhalten, nimmt das Ego als menschlicher Körper physische Gestalt an. Das Ego unterstützt das Bewusstsein indem es ihm eine Ego-Perspektive gibt mit welcher das Bewusstsein mit seinen Manifestationen interagieren kann. Als physisches Wesen zu Leben bedeutet, das Bewusstsein selbst zu betreten und seinen Inhalt aus erster Hand zu erleben. Warum um Himmels willen, sollte das Bewusstsein das wollen? Weil das Bewusstsein alles über sich selbst, aus den Perspektiven jedes anderen Teils von sich selbst, lernt.

 

Das Bewusstsein als solches ist,
so wie es ist, perfekt, aber ...
aus der Perspektive des Egos erscheint alles fehlerhaft

Die Ich-Perspektive des Egos sieht Fehler, während die Beobachter-Perspektive des Bewusstseins nur Perfektion und Freude sieht.

Wenn das Bewusstsein perfekt ist, warum hat es dann das Ego überhaupt erschaffen? Weil das Ego ebenfalls perfekt ist – auf seine eigene Art folgt es dem perfekten Pfad diese Perfektion zu entdecken. Was ist Perfektion, wenn es niemanden gibt der sie erkennen oder schätzen kann?

Ein zentraler Bestandteil der Perfektion als solche ist die Erschaffung eines Beobachters, dessen Rolle es ist, diese Perfektion zu entdecken und zu schätzen. Um Perfektion schätzen zu können, muss dieser Beobachter auch Unvollkommenheit verstehen. Und dieser Beobachter ist das Ego.

Ironischerweise sind unsere Egos, welche wir als so unvollkommen und fehlerhaft wahrnehmen, in Wirklichkeit Teil der Perfektion. Perfektion kann ohne Unvollkommenheit nicht existieren. In Wahrheit, so paradox es auch klingen mag, ist Unvollkommenheit ein Teil der Perfektion. Unsere größten Fehler sind es, welche unsere größte Schönheit offenbaren. Unsere schlimmsten und schmerzlichsten Erfahrungen des Scheiterns sind es, die uns erlauben, am meisten zu wachsen und den meisten Menschen zu helfen. Unser Scheitern ist perfektes Scheitern. Das, was uns das größte Leid verursacht ist es auch, was uns die größte Freude bereitet. Der einzige Unterschied zwischen Freude und Leid ist die Perspektive, wie die Perspektive der Zeit.

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Manche Menschen meinen, dass der Pfad der Spiritualität es erfordert, dem Ego zu entsagen. Diese Meinung teile ich nicht. Ich glaube, dass der Pfad zur Erleuchtung eine tiefe Wertschätzung für das Ego und seine Rolle in der Selbstdarstellung des Bewusstseins erfordert.

Das Ego ist kein Fehler. Der Fehler ist die Identifikation des Egos und es ist noch immer ein perfekter Fehler, denn er führt zu höherer Wertschätzung der Identifikation des Bewusstseins. Das Ego ist vielleicht nicht Ihr wahres Selbst, aber es ist ein entscheidender Teil eines größeren Ganzen. Der Zweck des Egos ist es, den Inhalt des Bewusstseins zu erkennen und zu schätzen, was letzten Endes zu dem Ergebnis führen wird, dass alles bereits so wie es ist, perfekt ist, das Ego selbst mit eingeschlossen.

Liebe deine Unvollkommenheit, deine Schwächen und deine Fehler, denn sie sind auch die Quelle deiner größten Freude.

 


 Übersetzung von ProblemImGriff, Original von Steve Pavlina:
„Perfection“


 

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